Vorstellung | Gemeinsam Untragbares tragen. Das Trauercafé im Peter-Beier-Haus

Wenn man wen verliert, dann gerät oft alles ins Wanken. Die Welt will nicht mehr funktionieren, und wir stürzen in ein Loch, das uns nur noch Schwarz sehen lässt. Die Trauer frisst und will uns keine Ruhe gönnen. Wie Dementoren, die Wesen aus Harry Potter, die das Gute aus uns saugen, so fühlt sie sich an – im Gegensatz zu diesen Wesen hat sie allerdings ein Recht, das zu tun. Denn die Trauer zeigt uns an, wie groß der Verlust eines geliebten Menschen ist. Ein Teil von uns wurde uns genommen, der immer da war. Und er fehlt und der Phantomschmerz unserer Liebe will gar nicht anerkennen, dass diese Person nun nicht mehr bei uns ist. Am Anfang, da ist viel zu tun. Das lenkt uns ab: Da will organisiert werden. Papiere müssen abgearbeitet werden, Briefe beantwortet und Dinge geplant. Ist dann aber alles vorbei, sind wir allein mit unserer Trauer. Der Ausnahmezustand hält einfach an, auch wenn das Leben da draußen weiter geht. Da ist es gut, wenn man wen hat, mit dem man drüber sprechen kann. Nicht therapeutisch, ganz niedrigschwellig, bei Kaffee und Kuchen. Mit anderen, die trauern. Und Menschen, die mit Trauer arbeiten: Von der Gemeinde, vom Hospizverein. Genau hierfür ist unser Trauercafé da. Dass Sie mit Ihrer Trauer kommen, mit Ihrer Liebe für die Gegangenen. Und uns ein wenig von ihnen erzählen. Gegenseitig teilen wir und stemmen so gemeinsam das Untragbare. Stützen uns auf dem Weg in ein neues, ganz anderes Leben und halten uns ein wenig fest. Kommen Sie gern dazu. Einmal oder mehrmals, wie es Ihnen hilft. Immer am 2. Mittwoch im Monat von 14.30-16.00 Uhr. Im Peter-Beier-Haus. Das Team vom Trauercafé freut sich auf Sie!